• Autor: Franz Neumeier
  • Datum: 18. September 2008
  • Kategorie: seo-news

Intelligente User nur bei Facebook?

Nicht, dass mich Facebook oder Myspace bis jetzt besonders beeindrucken würden – vor allem mit der wirren Usability von Myspace will ich meine Zeit eigentlich nicht verschwenden. Und Facebook gehört zu sehr in die Kategorie „Privacy-Striptease“ als dass es mich wirklich interessieren würde.

Aber ein paar Zahlen zu diesen beiden Social Networks vom Social Ad Summit in New York bieten doch Anlass zum Nachdenken: Summit-Rednerin Deborah Korb Maizner von J. P. Morgan sagte, ihre Firma ziehe Facebook bei der Suche nach qualifiziertem Personal Myspace bei weitem vor. Warum? Weil Facebook-User ein mit Abstand höheres Bildungsniveau und höheres Einkommen hätten. Das sitzt. Aber jetzt kommt‘s: Beim Werbeumsatz liegt Myspace deutlich vorn. Angeblich gehen rund 53 Prozent aller Werbeausgaben im Social-Network-Umfeld an Myspace. (Datenquelle: www.mediapost.com/blogs/search_insider/index.php?p=875)

Liegt das an der Unfähigkeit von Facebook, Werbekunden zu akquirieren? Oder funktioniert Social-Network-Werbung bei weniger gebildeten Usern besser als bei Usern, die vielleicht die Unterwanderung ihrer sozialen Netzwerke mit Werbebotschaften schneller durchschauen und ablehnen? Ich lasse das einfach mal so im Raum stehen …

Was könnte das für SEO heißen? Unterwanderungsversuche könnten in Myspace leichter gelingen. Bei Facebook muss man sich mit dem Promoten der eigenen Website mehr Mühe geben um nicht als schnöder Suchmaschinenoptimierer ohne wirkliche soziale Netzwerkinteressen entlarvt zu werden.

So, und jetzt warte ich auf die Prügel für meine sozialpolitisch unkorrekten und bösartig diskriminierenden Rückschlüsse.

Aber halt! Dann ist die Ironie in diesem Beitrag nicht rübergekommen. Ich könnte mich nämlich immer noch krank lachen über die verzweifelten – und bisher recht fruchtlosen – Versuche, in Social Networks ein Geschäftsmodell zu finden. Und weil niemandem etwas Anständiges dazu einfällt, probiert man’s halt weiter mit klassischer Werbung. Welch‘ innovatives Konzept. Und dass es nicht funktioniert (und so seltsame Stilblüten liefert wie oben geschildert), weiß man doch auch vorher, oder?

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